Was ist Melatonin?

Melatonin ist ein körpereigenes Hormon, das den Schlaf-Wach-Rhythmus reguliert und dem Körper Ruhephasen signalisiert. Deswegen wird Melatonin auch als Schlafhormon bezeichnet. Es wird aus dem als Glückshormon bekannten Serotonin gebildet und überwiegend abends und nachts ausgeschüttet, damit der Körper sich auf Inaktivität und Erholung einstellt.

 

Melatonin: Entdeckung des Hormons und Forschungsgeschichte

Melatonin wurde erstmals 1958 von dem US-Dermatologen Aaron B. Lerner als körpereigenes Hormon entdeckt und beschrieben. Er stellte erste Forschungen zur endogenen Produktion und Wirkungsweise an, die in den darauffolgenden Jahrzehnten auch von anderen Wissenschaftlern fortgeführt wurde. Lerner war auch der erste Forscher, der sich exogenes Melatonin verabreichte, um im Selbstversuch die schlaffördernde Wirkung zu testen. 1981 untersuchte der amerikanische Schlafforscher Alfred Lewy den Einfluss von nächtlich eingesetztem, hellem Licht auf die Melatonin-Ausschüttung bzw. -Hemmung. Er stellte dabei fest, dass die Ausschüttung des Schlafhormons durch die Helligkeit gehemmt wurde. In den 90er Jahren wurde die Forschung weiter vorangetrieben und es konnte ein Einfluss des Hormons auf den menschlichen Körper und dessen Gesundheit festgestellt werden. So wurde zum Beispiel ein Zusammenhang zwischen Melatonin-Ausschüttung und verstärkter Aktivierung des Immunsystems beobachtet. Auch die nächtliche Zellerneuerung, die maßgeblich daran beteiligt ist, das Tumorwachstum zu hemmen sowie weitere gesundheitsfördernde Prozesse wurden mit Melatonin in Verbindung gebracht. Auch heutige Studien setzen an diesen Punkten an und untersuchen die gesundheitsfördernde Melatonin-Wirkung im Körper.[1] 

forschung

2010 wurden von der EFSA (European Food Safety Authority) zwei Health Claims für Präparate mit Melatonin festgelegt, die zum einen die positive Wirkung von Melatonin bei Jetlag darlegen und zum anderen bestätigen, dass Melatonin die Einschlafzeit verkürzen kann.[2] Heute ist Melatonin in vielen Darreichungsformen in Drogerien, Lebensmittelläden und (Online-)Apotheken erhältlich. In unserem Beitrag zur Melatonin-Dosierung erfährst du mehr zu den unterschiedlichen Melatonin-Präparaten.

 

Was ist Melatonin und wann wird es ausgeschüttet?

Melatonin ist ein Schlafhormon und wird in der Zirbeldrüse (medizinisch Epiphyse) hergestellt, die einen Teil des Zwischenhirns bildet. Es entsteht während des natürlichen Stoffwechsels im Gehirn aus Serotonin. In geringeren Mengen wird Melatonin auch im Darm und der Netzhaut des Auges produziert.[3]

Im Dunkeln bzw. nachts steigt die Ausschüttung des Schlafhormons im Körper um den drei- bis zwölffachen Faktor an, bis der Melatonin-Gehalt schließlich gegen 3 Uhr morgens seinen Höhepunkt erreicht. Zu dieser Zeit befinden wir uns – bei einem gesunden Schlaf-Wach-Rhythmus – im Tiefschlaf. Im weiteren Verlauf der Nacht wird die Ausschüttung stetig reduziert, je heller es draußen wird und je mehr Licht auf das Auge fällt. So wird dem Körper am Morgen signalisiert, dass es Zeit zum Aufwachen ist.

schlafende_frau Schon gewusst?

Durch Tageslicht wird nicht nur die Ausschüttung von Melatonin auf natürliche Weise gehemmt. Gleichzeitig steigt das Cortisol-Level im Blut an. Cortisol ist auch als „Stresshormon“ bekannt und bildet den natürlichen Gegenspieler zum ruhefördernden Schlafhormon Melatonin. Cortisol ist jedoch genauso wichtig für den Körper wie Melatonin, denn es sorgt dafür, dass wir tagsüber wach und aufmerksam sind.

 

Was bewirkt Melatonin als Schlafhormon im Körper?

Das Schlafhormon Melatonin setzt unter anderem den Energieverbrauch herab, senkt die Körpertemperatur und kurbelt das Immunsystem an. Des Weiteren beeinflusst es die Ausschüttung von Hormonen, die Auswirkung auf Lernfähigkeit, Gedächtnis und Sexualität haben. Es bewirkt demnach eine Drosselung aller aktivierenden Prozesse im Körper und „programmiert“ ihn auf Regeneration. Bei ausreichend Melatonin im Körper stellt sich nachts ein gesunder, kontinuierlicher Schlaf ein.

In Studien der Charité Berlin wurde eine mögliche Auswirkung des Schlafhormons auf die Normalisierung des zirkadianen Schlaf-Wach-Rhythmus – insbesondere bei älteren Menschen und Berufstätigen im Schichtdienst – festgestellt. Durch regelmäßige, abendliche Einnahme von Melatonin-Präparaten konnte bei den Probanden die REM-Schlafkontinuität erhöht werden, ohne dass die zirkadiane Schlafphase dadurch verschoben wurde. Der REM-Schlaf ist essenziell für die Verarbeitung von Geschehnissen des Tages. Außerdem wird während des REM-Schlafs die Gedächtnisleistung gefördert.[3]

Melatonin trägt also maßgeblich dazu bei, die innere bzw. 24-Stunden-Uhr des menschlichen Körpers zu regulieren. Durch die Melatonin-Produktion gewöhnt sich der Körper somit an einen regelmäßigen Tag-Nacht-Zyklus. Dieser kann aber auch gestört werden, etwa bei einem Langstreckenflug. Das bekannte Phänomen des „Jetlags“ entsteht dadurch, dass der Körper das Hormon durch seine innere Uhr ausschüttet bzw. zurückhält. Der Körper stellt sich also auf eine Ruhe- bzw. aktive Phase ein, obwohl die äußeren Umstände gerade etwas anderes fordern. Unser Körper braucht dann Zeit, um den Rhythmus an die neuen Gegebenheiten anzupassen. Das Zuführen von Melatonin kann hier helfen schneller wieder ins Gleichgewicht zu kommen und schneller zu einem gesunden Schlaf zurückzufinden.

 

Quellen/Studien:
[1] https://www.chronobiology.com/de/melatonin-chronobiologie/geschichte/
[2] https://efsa.onlinelibrary.wiley.com/doi/pdf/10.2903/j.efsa.2010.1467
[3] http://www.jpp.krakow.pl/journal/archive/12_07_s6/pdf/23_12_07_s6_article.pdf

Unsere
Empfehlungen
GreenDoc-Schneller-Einschlafen-Melatonin-FORTE-hochdosiert
Einschlafen
GreenDoc Schneller Einschlafen Melatonin Tabletten FORTE

Artikel verfügbar

Inhalt 2.8 g (249,64 € * / 100 g)
6,99 € *