Baldrian

Der echte Baldrian, lat. Valeriana officinalis L., ist ein altbekanntes und viel genutztes Heilkraut, das zur Gemütsberuhigung, bei Unruhe, Nervosität und gegen Schlafstörungen eingesetzt wird. Doch die Pflanze kann mehr als das! Welche Teile des Baldrians in der Küche verwendet werden können, wie und wozu die Baldrianwurzel verarbeitet wird und welche Inhaltsstoffe eine beruhigende Wirkung hervorrufen, erfährst du hier.

 

Was ist Baldrian?

Baldrian ist eine krautige Pflanze, die mehrjährig blüht und in gemäßigten Klimazonen, zum Beispiel in Europa, Nordamerika und einigen Teilen Asiens zu finden ist. Hier wächst sie in feuchten Böden, die ihm viele Nährstoffe bieten. Die Valeriana wächst natürlicherweise in Waldgebieten auf Lichtungen, an Bach- und Flussufern und kann in größeren Parks oder ländlichen Gegenden auch am Wegesrand gefunden werden. Zusätzlich wird die Pflanze aufgrund ihrer Nutzung in der Heilkunde und Medizin landwirtschaftlich kultiviert.

Baldrian wird mitunter als „Katzenkraut“ bezeichnet, was vermutlich daran liegt, dass er auch bei Katzen eine Wirkung hervorruft. Diese ist allerdings entgegengesetzt zu der beim Menschen: Baldriankissen oder anderes Spielzeug regt die Tiere an und animiert sie zum Spielen.

Baldrian-Pflanze: Bestandteile, Anbau und Ernte

Die Baldrian-Pflanze besteht aus einem unterirdischen Geflecht aus Baldrianwurzeln, einem oberirdisch wachsenden Stängel von etwa 1 cm Dicke und davon abgehenden dünneren Stielen mit gefiederten Blättern sowie zahlreichen weißen bis violetten Blüten, die in sogenannten Trugdolden zusammenstehen. Dabei wirkt es so, als gingen die Blüten alle von ein und demselben Stiel ab, wie es bei klassischen Doldenblüten der Fall ist. In Wahrheit hat jedoch jede noch so kleine Blüte ihren eigenen dünnen Stiel. Eine Baldrian-Pflanze kann eine Höhe von bis zu 150 cm erreichen.

Baldrianwurzel nach der Trocknung

Beim Anbau von Baldrian sollte die Vorliebe für feuchte, nährstoffreiche Böden beachtet werden. Bis auf die Voraussetzung, dass der Anbauboden möglichst schadstoff- und unkrautfrei ist, hat Baldrian geringe Ansprüche, ist robust und sogar frosthart. Beim landwirtschaftlichen Anbau werden der Valeriana optimale Wachstumsbedingungen geschaffen: Im Gewächshaus kann in der Anzuchtphase durch eine ausreichende Bodenbeheizung die perfekte Temperatur von 20° C gewährleistet werden. Abdeckplanen oder Folien schützen die Jungpflanzen vor starker Sonneneinstrahlung und die Bodenbewässerung kann konstant gleichbleibend gehalten werden. Sind die Pflanzen ausgewachsen, können sie auf dem Feld weitergedeihen.

Für die Ernte interessant ist vor allem das Wurzelwerk, denn der Rest der Baldrian-Pflanze enthält keine Wirkstoffe. Das fein verzweigte Wurzelwerk wird im Spätsommer zwischen Ende September und Mitte Oktober geerntet, wobei zuvor die oberirdischen Teile der Pflanze gerodet werden müssen, damit sie sich nicht mit den Baldrianwurzeln vermischen.

Die Verarbeitung der Baldrianwurzel

In der Baldrianwurzel stecken diejenigen Stoffe, die eine beruhigende und schlaffördernde Wirkung entfalten können und auch den charakteristischen, etwas strengen Geruch verursachen: ätherische Öle und Valeriansäure. Daneben sind auch Alkaloide und Lignane (sekundäre Pflanzenstoffe) enthalten, die ebenfalls zu den Wirkstoffen gehören. Bei der Verarbeitung muss darauf geachtet werden, dass die ätherischen Öle in der Wurzel erhalten bleiben. Sie wird zunächst grob zerkleinert, dann gewaschen und bei Temperaturen zwischen 40 und 45° C getrocknet. Höhere Temperaturen würden die Öle zersetzen, bei niedrigeren Temperaturen kann der Trocknungsvorgang zu lange dauern, sodass die Wurzeln faulen. Nach der Trocknung wird die Baldrianwurzel auf eine Größe von etwa ein bis 2 cm kleingeschnitten. 

Die kleinen Wurzelstückchen haben eine gelb- bis dunkelbraune Farbe und können in der weiteren Verarbeitung fein gemahlen und mit weiteren Wirk- und Inhaltsstoffen in Kapseln gefüllt oder zu Tabletten gepresst werden. Auch die GreenDoc Besser Schlafen Kapseln enthalten Extrakte aus der Baldrianwurzel, welche mit ihrer natürlichen, entspannungsfördernden Wirkung Durchschlafprobleme lindern und die Schlafqualität erhöhen können. Getrocknete und zerkleinerte Baldrianwurzel ist auch oft Bestandteil von ruhefördernden Teemischungen und wirkt dann zusammen mit anderen beruhigenden Kräutern wie Kamille, Lavendel, Kalifornischem Mohn oder Melisse.

Baldrianblüte und -blätter in der Küche

Was passiert mit den oberirdischen Teilen des Baldrians? Die gefiederten Baldrianblätter gelten als schmackhafter Rohkostsalat, dessen Aroma an Feldsalat erinnert. Allerdings wird dieses mit fortschreitendem Alter schwächer. Auch in grünen Smoothies können die Blätter verarbeitet werden. 

Nahaufnahme Baldrianblüte

Die Baldrianblüte ist geschmacklich und auch im Geruch nicht mit der Baldrianwurzel zu vergleichen – sie verströmt einen eher süßlich-würzigen Duft, der an Vanille erinnert. Baldrianblüten sorgen in getrockneter Form in Duftsäckchen oder Kissen für einen angenehmen Raumduft, können jedoch auch in der Küche verwendet werden:

Getränken, zum Beispiel selbstgemachten Eistees und Kräuterlimonaden, verleihen frische Blüten eine leicht würzige Note. Dekorativ können die essbaren Baldrianblüten auf Kuchen, Nachspeisen und Salaten eingesetzt werden. Getrocknete Blüten sind hervorragend als Gewürz für Salate, selbstgemachte Kräuteröle oder Gemüsegerichte geeignet. Mit ihrem feinen Aroma bereichern sie herzhafte und süße Speisen gleichermaßen.

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